Eduardo Mendoza – Der Frisör und die Kanzlerin

Eduardo Mendoza – Der Frisör und die Kanzlerin (Spanien, 2012)

 

Humoristischer Roman über die Wirtschaftskrise Spaniens, der seiner Albernheit wegen gelegentlich an Kasperletheater erinnert und die Entführung von Frau Merkel beinhaltet. Man muss sich auf diese Art Humor einlassen. Ich habe das Buch trotzdem gern gelesen, und mich an einigen Stellen köstlich amüsiert, während ich andere nur überflogen habe.

Ein Damenfrisör in Barcelona (die Figur ist bereits bekannt aus Mendozas Büchern „Das Geheimnis der verhexten Krypta“ und „Niemand im Damensalon“) sitzt täglich in seinem leeren Salon die Zeit ab. Gegenüber hat ein chinesischer Ramschladen eröffnet und die Damen kaufen sich lieber billige Glasperlenketten anstatt sich frisieren zu lassen. Denn die Wirtschaftskrise hat Spanien fest im Griff.
Durch Zufall trifft er seinen alten Freund Romulus den Schönen wieder, beide verbindet eine kriminelle Vergangenheit. Als schließlich das Mädchen Quesito in seinem Salon auftaucht und von dessen Verschwinden berichtet, beginnt eine groteske Kriminalgeschichte voller skurriler Gestalten, bei der letztendlich unsere Kanzlerin seiner Hilfe bedarf und freundlicherweise gerettet wird – denn Frau Merkel wird ja von vielen Spaniern für ihre Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht. Ganz so gut weg kommt sie in dem Roman nicht, allerdings nimmt sie eine unerwartet kleine Rolle ein.

„Die Schließung der Anstalt (hier: Irrenanstalt) hatte Romulus den Schönen in eine so missliche Lage versetzt wie die anderen Insassen auch, eingeschlossen den Protokollanten dieser ursprünglich mündlichen Erzählung. Dank seinen Geistesgaben, dem Zufall und der Fürsorge anderer fand er trotz seiner Vorstrafen bald eine nicht nur ehrliche, sondern auch ehrenwerte Arbeit als Pförtner eines herrschaftlichen Hauses im nicht weniger herrschaftlichen Bonanova-Viertel. Dort veredelte der tägliche Umgang mit wohlerzogenen Menschen seine Manieren.“

„Ach!“, rief Angela, als wir allein waren und uns an einen Tisch gesetzt hatten und nachdem sie einen tiefen Seufzer ausgestoßen hatte, und fuhr in gebrochenem Spanisch fort: „Du großer Spinner, Manolito. Ich dir schon gesagt, dass Beziehung zwischen uns nicht möglich. Aber du stur wie ein Esel, Manolito“.

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